Bayerischer Filmpreis 2026
für HEIKE HANOLD-LYNCH
in der Kategorie „Entdeckung“
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
Begründung der Jury in der Kategorie Entdeckung:
„Scham“ ist eine intensive Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn über die gemeinsame Vergangenheit. Ein Film voller wechselseitiger Verletzungen und immer getragen von dem Wunsch, gesehen und geliebt zu werden.
Der Regisseur und Autor Lukas Röder kommt mit wenigen Drehorten aus, arbeitet minimalistisch mit Handykameras und Splitscreen. Das ist an sich schon ein spannender Ansatz, der umso faszinierender ist, da das niemals wie ein ästhetischer Gimmick wirkt, sondern mit einer großen Konsequenz durchgehalten wird.
Trotz dieses vermeintlich kleinen Formats ist „Scham“, produziert von Philip Gröning, eine seltene Perle, die einen fasziniert zuschauen lassen lässt. Das Zusammenspiel zwischen Heike Hanold-Lynch und Till Schindler schafft eine unglaublich dichte und authentische Atmosphäre, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Die beiden schaffen es, dass wir als Zuschauende glauben, der Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn wirklich beizuwohnen. Das Zusammenspiel ist von einer Einfachheit, einer lustmachenden Uneitelkeit und trotzdem emotionalen Tiefe, die einen mitnimmt und bewegt.
Und so bekommt der Filmtitel „Scham“ eine zweite Bedeutung. Fast schämt man sich ein wenig für den voyeuristischen Blick und die Neugier, diese zutiefst persönliche Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn heimlich beobachten zu wollen.
Heike Hanold-Lynch und Till Schindler werden daher für ihr ungewöhnlich intensives Zusammenspiel mit dem bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. (Quelle: Bayern.de)
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